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La Thuile entdecken

Die wilde Seite des Mont Blanc zwischen Italien und Frankreich

La Thuile ist eines jener Alpendörfer, die man sofort ins Herz schließt: Ein kleiner Bergort auf 1.441 Metern Höhe im äußersten Nordwesten des Aostatals, direkt an der Schwelle zur französischen Grenze. Es ist nicht nur ein Ziel für Wintersportler: La Thuile ist ein wahres Freilichtmuseum, bewacht von Wäldern und Bergen, umspült von der Energie der Flüsse, Wasserfälle und Gletscherseen. Fünftausend Jahre Geschichte erwarten Sie zwischen alten Kapellen, erkundbaren Bergwerken und dem geheimnisvollen Steinkreis (Cromlech) am Kleinen Sankt Bernhard.

Mit dem Wohnmobil erweist sich La Thuile als perfekter strategischer Ausgangspunkt, um die wilde Seite des Mont Blanc zu erkunden. Im Winter bietet das Skigebiet Espace San Bernardo 152 Pistenkilometer zwischen Italien und Frankreich mit einem einzigen internationalen Skipass. Im Sommer erwarten Sie 520 Kilometer Wanderwege für atemberaubendes Trekking zwischen spektakulären Wasserfällen, türkisfarbenen Seen und jahrtausendealten Gletschern. Das Dorf ist klein und gemütlich, ideal zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden, sobald Sie Ihr Wohnmobil auf den dafür vorgesehenen Stellplätzen geparkt haben.

La Thuile ist zudem der ideale Startpunkt, um das Valdigne und das gesamte obere Aostatal zu entdecken: Courmayeur ist nur 20 Minuten entfernt, die Thermen von Pré-Saint-Didier 15 Minuten, während der Pass des Kleinen Sankt Bernhard die Tore nach Savoyen (Frankreich) öffnet. Wenn Sie unberührte Natur, alpine Authentizität und ein perfektes Gleichgewicht zwischen Sport und Kultur suchen, ist La Thuile das ideale Reiseziel für Sie.

Stellplätze und Übernachtungen

La Thuile is a small village and the historic center can easily be explored on foot. There is no reason to drive your motorhome into the heart of the village: the streets are narrow, traffic is heavy especially during high season, and parking is limited. The best strategy is to park in one of the areas dedicated to motorhomes and enjoy the town on foot or by bicycle.

The parking areas are all located in the hamlet of Villaret and its surroundings, just a few minutes‘ walk from the center and the ski lifts. Distances are short: in 10-15 minutes on foot, you can reach shops, restaurants, the tourist office, and the heart of the village. I suggest three options: two fully equipped with all services for those seeking comfort, and one free of charge for those who prefer simplicity and proximity to the lifts.

Empfohlene Stellplätze

🅿️ Wohnmobilstellplatz Grand Assaly (ehemals Area Azzurra)

Ortsteil Villaret, eingezäuntes Areal mit ca. 80 Stellplätzen auf Verbundpflaster, einige Parzellen mit Grünfläche im hinteren Bereich. Etwa 1 km vom Zentrum von La Thuile und nur 300 Meter von den Skiliften entfernt. Kompletter Service: Stromanschluss (800 Watt pro Steckdose), Frischwasser- und Abwasserstation, Toiletten, Warmduschen gegen Gebühr (0,50 €), Picknickbereich mit Grillplatz, Kinderspielplatz und Verkauf von Gasflaschen. Der Verwalter kommt morgens und abends zur Bezahlung vorbei. Ideal für längere Aufenthalte und für diejenigen, die vollen Komfort wünschen. In der Hochsaison kann der Platz voll sein, aber die Kapazität ist gut.

GPS: 45.70823, 6.95335 Tel: +39 333 1372961

🅿️ Camping Rutor

Ein Campingplatz eingebettet in einen Pinienwald im Gebiet Sapinera, etwa 600 Meter vom Zentrum von La Thuile (5 Minuten zu Fuß) und nur 300 Meter von den Skiliften entfernt. Er verfügt über 70 geräumige Stellplätze für Wohnmobile und Wohnwagen mit Strom-, TV- und Gasanschluss. Die Lage ist zauberhaft: umgeben von Pinien und Bergen, mit dem Rutor-Bach, der in der Nähe vorbeifließt und eine entspannende Kulisse schafft. Kompletter Service: Wohnmobil-Service für Frischwasser und Abwasser (einschließlich Chemietoilette), moderne und makellose Sanitäranlagen, Warmduschen gegen Gebühr (1 € für 6 Minuten), Wäscherei, Bar vor Ort mit freundlichem Personal, Kinderspielplatz und WLAN. Im Winter kann man mit den Skiern direkt bis zum Campingplatz zurückfahren, während im Sommer Wanderwege und Mountainbike-Strecken direkt am Eingang beginnen. Die Betreiber (Silvio und Francesca) werden für ihre Hilfsbereitschaft und Höflichkeit sehr geschätzt. Ideal für erholsame Aufenthalte in der Natur.

GPS: 45.70718, 6.95319 Tel: +39 333 1372961 / +39 0165 884165 Website: campingrutor.altervista.org

🅿️ Parkplatz Piazza Mercato (Piazzale Planibel)

Mischparkplatz für PKW und Wohnmobile im Herzen des Ortsteils Entrèves, nur wenige Schritte von den Skiliften und dem Ortszentrum entfernt. Ausgezeichnete strategische Lage, asphaltierte Flächen, kostenlos, aber ohne Serviceleistungen. Seine Stärke: die Nähe zu Supermärkten, Sportgeschäften und der Talstation der Lifte. Ideal für Kurzaufenthalte oder für diejenigen, die direkt im Geschehen sein möchten. Hinweis: Samstags von 6:00 bis 16:00 Uhr gilt wegen des Wochenmarktes ein Parkverbot. Wenn Sie also am Freitagabend dort übernachten, müssen Sie Ihr Fahrzeug am frühen Samstagmorgen umparken.

GPS: 45.712620, 6.949220 Gebühr: Kostenlos (Parkverbot samstags 6:00 – 16:00 Uhr wegen Markttag)

„Skifahren in La Thuile“

„Die Rutor-Wasserfälle“

Unterwegs in der Stadt

La Thuile ist ein sehr kompakter Ort, und sobald Sie Ihr Wohnmobil geparkt haben, benötigen Sie keine Transportmittel mehr. Das Zentrum ist höchstens 1 km von den Parkplätzen entfernt und kann bequem in 10-15 Minuten zu Fuß über ruhige Straßen mit atemberaubendem Bergblick erreicht werden. Wenn Sie ein Fahrrad dabei haben, ist es noch besser: Sie können jeden Punkt in 5 Minuten erreichen.

Was den öffentlichen Nahverkehr betrifft, wird La Thuile von der Buslinie SAVDA/Arriva bedient, die das Dorf mit Aosta (ca. 1 Std. 50 Min.) und Courmayeur (ca. 30 Min.) verbindet. Es gibt etwa 3 Fahrten pro Tag. Im Winter, während der Skisaison, ist der Winterbus in Betrieb – ein kostenloser Service, der La Thuile mit Pré-Saint-Didier, Morgex und Courmayeur durch häufigere Fahrten verbindet. Dieser Service ist besonders praktisch, um sich im Valdigne zu bewegen, ohne das Wohnmobil nutzen zu müssen.

Wenn Sie die Thermen von Pré-Saint-Didier (15 km entfernt) besuchen oder Courmayeur und die Skyway Monte Bianco Seilbahn erkunden möchten, ist der Bus eine ausgezeichnete Option. Um den Kleinen Sankt Bernhard Pass und die französische Grenze zu erreichen, müssen Sie jedoch Ihr Wohnmobil oder Auto nutzen: Die Straße ist landschaftlich sehr reizvoll und die Fahrt lohnt sich auf jeden Fall.

Um La Thuile zu Fuß zu erkunden, sollten Sie bedenken, dass sich der Ort hauptsächlich entlang der Staatsstraße 26 entwickelt: Vom historischen Zentrum (Piazza Cavalieri di Vittorio Veneto) bis zu den Skiliften sind es etwa 500 Meter, alles flach oder mit minimalen Steigungen. Die Atmosphäre ist ruhig und alpin, perfekt für entspannte Spaziergänge, auch mit Kindern.

Sehenswürdigkeiten (PoI)

1
Rutor-Wasserfälle Die Rutor-Wasserfälle sind wahrscheinlich das aufregendste Naturschauspiel, das La Thuile zu bieten hat. Drei spektakuläre Wasserfälle, die vom Schmelzwasser des Rutor-Gletschers – einem der größten im Aostatal – gespeist werden, stürzen in Richtung Tal und graben sich mit beeindruckender Kraft durch den Fels. Die Wanderung beginnt im Ortsteil Villaret (direkt neben dem Wohnmobilstellplatz). Nach etwa anderthalb Stunden Fußmarsch auf einem gut markierten Wanderweg erreicht man den ersten der drei Wasserfälle, der am leichtesten zugänglich ist. Der Weg ist für jeden geeignet, auch für Familien mit wanderfreudigen Kindern, und schlängelt sich durch Nadelwälder und Almwiesen, die im Sommer in voller Blüte stehen. Das Rauschen des Wassers begleitet Sie auf dem letzten Wegstück, und der Anblick, wenn man vor dem Wasserfall steht, ist wirklich bemerkenswert. Wenn Sie mehr Energie haben und weitergehen möchten, können Sie auch den zweiten und dritten Wasserfall erreichen, was jedoch etwas mehr Kondition erfordert. Die beste Zeit für einen Besuch ist der frühe Morgen, wenn das Licht die Wassertropfen zum Leuchten bringt und natürliche Regenbögen entstehen lässt. Ein absolutes Muss im Sommer.
2
Verney Lake und Little St. Bernard Pass Der Verney-See ist der größte See in der Gegend von La Thuile, ein Gletschersee mit kristallklarem Wasser, in dem sich die Bergblumen widerspiegeln, die seine Ufer säumen. Er liegt direkt an der Straße zum Kleinen Sankt Bernhard Pass, dem Gebirgspass, der die Grenze zwischen Italien und Frankreich markiert. Der See ist mit dem Wohnmobil leicht erreichbar (ein Parkplatz befindet sich in der Nähe) und bietet eine Postkartenkulisse für einen Panoramastopp. Wenn man weiter in Richtung Pass fährt, befindet man sich auf 2.188 Metern Höhe auf einer Hochebene, auf der die Almwiesen eine fast mystische Qualität annehmen. Hier liegt der Botanische Alpengarten Chanousia, einer der ältesten Europas, in dem Sie hunderte Arten von Alpenblumen entdecken können. Der Pass war schon immer ein strategischer Übergangspunkt: Er wurde von den Kelten, den Römern (die hier einen Jupitertempel errichteten) und im Mittelalter von Pilgern auf ihrem Weg nach Frankreich genutzt. Ein Grenzland, das Geschichte und wilde Natur atmet. Perfekt für einen halbtägigen Ausflug, und sei es nur, um die dünne Bergluft einzuatmen und die Alpen von oben zu bewundern.
3
Kleiner St. Bernhard Cromlech Am Kleinen Sankt Bernhard Pass befindet sich eines der rätselhaftesten und faszinierendsten Monumente der Alpen: der Cromlech, ein Steinkreis aus 46 Steinen in kreisförmiger Anordnung, der auf das 1. Jahrtausend v. Chr. zurückgeht. Niemand weiß mit Sicherheit, welche Funktion dieses megalithische Denkmal ursprünglich hatte: Einige vermuten eine keltische Kultstätte, andere ein astronomisches Observatorium und wieder andere schlicht einen Treffpunkt für die Völker, die den Pass überquerten. Die Magie des Cromlech erreicht ihren Höhepunkt während der Sommersonnenwende (21. Juni). Bei Sonnenuntergang rückt hinter dem Bergsattel der Lancebranlette ein Schatten vor, der spezifische Formen in den Kreis wirft; bei gutem Wetter ist dies ein faszinierendes Schauspiel, das Neugierige und Archäoastronomie-Begeisterte aus ganz Europa anlockt. Auch wenn Sie nicht zur Sonnenwende hier sind, ist die Erkundung des Cromlech ein emotionales Erlebnis: Man befindet sich an einem Ort zwischen Himmel und Erde, wo der Wind kräftig weht und die Stille nur vom Geräusch der eigenen Schritte auf dem Stein unterbrochen wird. Es ist eine Erfahrung, die einen wieder mit den uralten Wurzeln dieser Berge verbindet.
4
Skigebiet Espace San Bernardo (Winter) If you arrive in La Thuile in winter, the Espace San Bernardo ski resort is the main reason why it’s worth stopping. With 152 kilometers of slopes spread between Italy and France, a single international skipass allows you to ski non-stop between the Aosta Valley and Savoy, thanks to 38 ski lifts with a capacity of over 60,000 people per hour: in short, this means no queues. The crown jewel is the Franco Berthod track n.3, one of the steepest and most spectacular in Europe, reserved for expert skiers with gradients reaching 76%. This slope has hosted Women's World Cup races and is feared even by professionals. If you are a beginner or looking for calmer slopes, the Les Suches area offers blue runs ideal for novices and families. For those who love off-piste, La Thuile is considered a paradise for ski mountaineers and freeriders, with wild itineraries crossing untouched valleys. A resort for all levels, but with a strong character and exceptional snow quality.
5
Trekking- und Mountainbike-Strecken (Sommer) Der Sommer verwandelt La Thuile in ein Paradies für aktive Bergliebhaber. 520 Kilometer Wanderwege schlängeln sich durch Wälder, vorbei an Seen und Gletschern bis hin zu hochgelegenen Berghütten. Die 55 kartierten Touren reichen von familienfreundlichen Spaziergängen bis hin zu anspruchsvollen Trecks für Experten. Eine der schönsten Routen führt zur Deffeyes-Hütte (Refugio Deffeyes, 2.494 m) am Fuße des Rutor-Gletschers: Eine etwa 3- bis 4-stündige Wanderung, die atemberaubende Ausblicke auf das Mont-Blanc-Massiv bietet. Für Radfahrer ist La Thuile ein legendäres Ziel: Jeden Juli findet hier der UCI Mountainbike-Weltcup in den Disziplinen Downhill und Enduro statt, der die besten Rider der Welt anzieht. Die Mountainbike-Strecken reichen von Familienwegen bis hin zu adrenalingeladenen Abfahrten für erfahrene Downhiller. Die Lifte sind auch im Sommer in Betrieb und ermöglichen es, mit dem Rad schnell in die Höhe zu gelangen, bevor man sich in rasante Abfahrten durch die Wälder stürzt. Die Täler Orgère und Chavanne bieten wilde Landschaften, die ideal für Tagesausflüge sind, während der Grüne See (Lago Verde, 2.539 m) und der Graue See (Lago Grigio, 2.532 m) Ziele für fitte Wanderer sind, die den Gletschern ganz nah sein wollen. Die Berge hier sind authentisch, wild und enttäuschen nie.

Saisonale Veranstaltungen

UCI Mountainbike-Weltcup

Wann: Juli (3. bis 6. Juli 2025)

Wo: Wege und Strecken von La Thuile

Was: La Thuile kehrt ins internationale Rampenlicht des Mountainbikens zurück und ist Gastgeber des UCI-Weltcups in den Disziplinen Downhill und Enduro. Drei Tage voller spannender Rennen, bei denen die weltbesten Biker auf den technischen und spektakulären Strecken des Aostatal-Resorts gegeneinander antreten. Ein unverzichtbares Event für MTB-Enthusiasten, mit der Möglichkeit, die Rennen kostenlos zu verfolgen und die einzigartige Atmosphäre eines Weltklasse-Wettbewerbs zu erleben. Die Zuschauerbereiche und Zielzonen füllen sich mit Ständen, Musik und purem Adrenalin.

Tour du Rutor

Wann: Ende März

Wo: Rutor-Gletscher und umliegende Täler

Was: Die Tour du Rutor ist einer der prestigeträchtigsten Skibergsteig-Wettbewerbe Italiens. Drei Renntage auf dem Gletscher mit Strecken, die Ausdauer und Technik der Athleten auf die Probe stellen. Die Veranstaltung zieht Skibergsteiger aus ganz Europa an und bietet auch Kategorien für Amateure. Den Start oder den Zieleinlauf mitzuerleben, ist ein Spektakel, das einem verdeutlicht, was es wirklich bedeutet, die Berge zu lieben. Die Atmosphäre ist geladen mit sportlicher Spannung, aber auch von Kameradschaft und gemeinsamer Leidenschaft geprägt.

La Pass Pitchü – Festival der Täler

Wann: August (alle zwei Jahre, in ungeraden Jahren)

Wo: Kleiner Sankt Bernhard Pass

Was: Alle zwei Jahre im August findet am Kleinen Sankt Bernhard Pass das „Fête des Bergers“ (Hirtenfest) statt – eine Veranstaltung, die an die Zeit erinnert, als sich die Hirten aus dem Aostatal mit ihren savoyischen Kollegen zum Viehmarkt trafen. Heute hat sich das Fest zu einem mit Spannung erwarteten kulturellen Ereignis entwickelt, mit Verkostungen lokaler Produkte, traditioneller Musik, Handwerkskunst und einer der Qualifikationsrunden der berühmten „Bataille de Reines“ (Kampf der Königinnen/Kuhkämpfe). Eine einzigartige Gelegenheit, in die alpinen Traditionen einzutauchen und zu erleben, wie die Berge Völker und Kulturen über Grenzen hinweg vereinen.

Sommersonnenwende am Cromlech

Wann: 21. Juni

Wo: Steinkreis (Cromlech) am Kleinen Sankt Bernhard Pass

Was: Der Zauber der Sommersonnenwende am Steinkreis des Kleinen Sankt Bernhard ist ein unbezahlbares Erlebnis. Wenn die Sonne hinter dem Bergsattel der Lancebranlette untergeht, rückt ein Schatten vor und zeichnet im Steinkreis deutliche Umrisse, die sich von Minute zu Minute verändern. Bei gutem Wetter ist dies ein faszinierendes Schauspiel, das Archäoastronomie-Begeisterte, Fotografen und Neugierige anlockt. Es handelt sich nicht um eine formell organisierte Veranstaltung, sondern eher um eine spontane Feier der Natur und der antiken Astronomie. Bringen Sie eine dicke Jacke mit: Auf 2.188 Metern Höhe wird es selbst im Juni bei Sonnenuntergang empfindlich kalt.

Nikolausfest

Wann: 6. Dezember

Wo: Ortszentrum von La Thuile

Was: La Thuile feiert seinen Schutzpatron, den Heiligen Nikolaus, mit traditionellen Volksfesten des Aostatals. Der Tag umfasst eine feierliche Messe, Prozessionen, Verkaufsstände mit handwerklichen und gastronomischen Produkten sowie festliche Momente für die gesamte Gemeinschaft. Es ist eine Gelegenheit, das Dorf in festlicher Stimmung zu erleben und die authentische Atmosphäre einer Berggemeinde zu spüren, die ihre Wurzeln lebendig hält. Das Fest fällt oft mit der Eröffnung der Skisaison zusammen, sodass das Dorf bereits voller Vorfreude auf den kommenden Winter pulsiert.

Gerichte und lokale Produkte

Man kann nicht behaupten, La Thuile wirklich erlebt zu haben, ohne die Fonduta Valdostana probiert zu haben – jenes Gericht, das wie kein anderes die gesellige und großzügige Seele des Aostatals verkörpert. Vergessen Sie die wässrigen Touristenversionen: Hier ist das Fondue ein Ritual, zubereitet aus bestem Aostataler Fontina DOP, der seinen unverwechselbaren süßen und buttrigen Geschmack der Milch der rot- und schwarzgefleckten Kühe verdankt, die auf den Hochalmen grasen.

Die Fonduta ist perfekt nach einem Tag auf Skiern oder einer Bergwanderung: Sie wärmt Körper und Seele und wird traditionell in einem speziellen Topf (dem Caquelon) serviert, der auf einem Rechaud in der Tischmitte warmgehalten wird. Man tunkt geröstetes Schwarzbrot, gekochte junge Kartoffeln hinein oder begleitet sie – für die Mutigen – mit hauchdünnen Scheiben von edlem schwarzem Trüffel. Es ist ein Gericht, das dazu einlädt, langsamer zu werden, zusammenzusitzen und zu teilen. Hier erfahren Sie, wie Sie es zubereiten, wenn Sie ein Stück Aostatal mit nach Hause nehmen möchten.

Rezept für Fonduta Valdostana

Zutaten (für 4 Personen):
  • 400g Aostataler Fontina DOP
  • 200ml Vollmilch
  • 4 frische Eigelbe
  • 40g Butter
  • Gemahlener weißer Pfeffer nach Geschmack
  • Schwarz- oder Vollkornbrot (zum Servieren)
  • Schwarzer Trüffel (optional, zur Garnierung)
Zubereitung:
  1. Den Käse vorbereiten: Entfernen Sie die Rinde vom Fontina und schneiden Sie ihn in dünne Scheiben oder reiben Sie ihn grob. Geben Sie den Käse in eine Schüssel, bedecken Sie ihn mit der Milch und lassen Sie ihn mindestens 4 Stunden (am besten über Nacht) im Kühlschrank ruhen. Dieser Schritt ist grundlegend, da der Käse die Milch aufsaugt und so leichter schmilzt.
  2. Garen im Wasserbad: Gießen Sie den Käse durch ein feinmaschiges Sieb ab, fangen Sie dabei die Milch auf. Geben Sie den Käse in einen Wasserbadtopf (oder eine Schüssel über einem Wasserbad) und fügen Sie die Butterflocken hinzu. Stellen Sie den Topf über kochendes Wasser und rühren Sie mit einem Schneebesen immer in die gleiche Richtung bei niedriger Hitze.
  3. Die Milch hinzufügen: Sobald der Käse schmilzt, geben Sie die beiseitegestellte Milch nach und nach unter ständigem Rühren hinzu. Die Konsistenz sollte cremig, aber nicht zu flüssig werden: Passen Sie die Milchmenge je nach gewünschter Dichte an.
  4. Eigelbe unterrühren: Wenn die Mischung glatt und cremig ist, reduzieren Sie die Hitze auf ein Minimum und fügen Sie ein Eigelb nach dem anderen hinzu. Rühren Sie dabei schnell, damit das Ei nicht stockt. Rühren Sie weitere 2-3 Minuten weiter, bis die Fonduta ihr typisches samtiges Aussehen erhält.
  5. Abschmecken und Servieren: Fügen Sie eine Prise weißen Pfeffer hinzu (die Fonduta ist bereits würzig, Salz ist daher nicht nötig). Nehmen Sie den Topf vom Herd und gießen Sie die Fonduta sofort in das Fondue-Gefäß mit dem Brenner darunter oder in einzelne Tonschalen. Sofort mit geröstetem Schwarzbrot, Pellkartoffeln oder – wer es sich gönnen möchte – ein paar Scheiben schwarzem Trüffel servieren.
Historische und kulturelle Anmerkung
Die Fonduta Valdostana hat bescheidene Ursprünge: Sie entstand als clevere Art, Fontina zu verwerten, der bereits etwas zu alt wurde, indem man ihn mit Milch und Eiern schmolz, um ihn wieder cremig zu machen. Im Laufe der Zeit wurde sie zum Symbol der Geselligkeit, so sehr, dass Pellegrino Artusi sie in seinem berühmten Kochbuch als „Cicimperio“ (köstliche Speise) bezeichnete. Heute ist sie ein Gericht, das im Aostatal an Feiertagen, bei Familienessen und vor allem in Berghütten zubereitet wird, wo das Teilen eines dampfenden Topfes Fremde zu Freunden macht. Eine echte Fonduta Valdostana zieht keine „Fäden“ wie die Schweizer Version: Sie muss glatt, dickflüssig und samtig sein. Wenn sie Fäden zieht, haben Sie etwas falsch gemacht!

Nützliche Tipps

Reisezeit: La Thuile ist zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ziel. Der Winter (Dezember–April) ist ideal für Ski- und Schneeliebhaber, mit außergewöhnlicher Schneesicherheit und stets hervorragend präparierten Pisten. Der Sommer (Juni–September) ist das Reich des Trekkings, Mountainbikens und der Alpenseen, mit angenehmen Temperaturen und langen Tagen für ausgiebige Wanderungen. Frühling und Herbst sind ruhiger – perfekt für alle, die Stille und Natur abseits der Hochsaison suchen. Wenn Sie die Sonnenwende am Steinkreis erleben möchten, kommen Sie am 21. Juni; MTB-Fans sollten für den Weltcup den Juli einplanen.

Verkehr und Fortbewegung: Parken Sie Ihr Wohnmobil auf den dafür vorgesehenen Plätzen und bewegen Sie sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad fort. Das Ortszentrum ist klein, die Entfernungen sind kurz und beim Gehen lässt sich die Atmosphäre des Dorfes am besten genießen. Wenn Sie nach Courmayeur, Aosta oder zum Kleinen Sankt Bernhard Pass fahren möchten, nutzen Sie die lokalen Busse (der Winterbus ist im Winter kostenlos) oder einen PKW, aber lassen Sie das Wohnmobil am besten stehen.

Natur und Entspannung in der Nähe: Wenn Sie mehr Zeit haben, kombinieren Sie La Thuile mit den Thermen von Pré-Saint-Didier (15 km), einem historischen Wellnesszentrum mit Panorama-Außenbecken und Blick auf den Mont Blanc. Oder besuchen Sie Courmayeur (20 Minuten) und fahren Sie mit der Skyway Monte Bianco Seilbahn in wenigen Minuten auf 3.466 Meter: ein unvergessliches Erlebnis. Wenn Sie die französische Seite erkunden möchten, überqueren Sie den Kleinen Sankt Bernhard Pass in Richtung Bourg-Saint-Maurice in Savoyen.

Einkaufen und Vorräte: In La Thuile finden Sie Supermärkte, Lebensmittelgeschäfte und Bäckereien, um Ihre Vorräte aufzufüllen. Die Preise sind etwas höher als im Tal (typisch für die Berge), aber die Qualität ist exzellent: Nutzen Sie die Gelegenheit, um Fontina DOP, Lardo d’Arnad, Jambon de Bosses und andere authentische Aostataler Produkte zu kaufen. Wenn Sie Zeit haben, besuchen Sie lokale Almen (alpeggi): Viele Erzeuger verkaufen frischen Käse und Ricotta direkt vor Ort.

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