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Ancona entdecken

the gateway to the East that always surprises

Ancona als eine Stadt, die oft durchquert, aber selten erlebt wird.
Die meisten Wohnmobilreisenden kennen Ancona nur im Vorbeifahren: Man kommt an, parkt in der Nähe des Hafens und geht an Bord der Fähre nach Kroatien oder Griechenland. So bleibt eine der einzigartigsten Städte an der Adriaküste im Hintergrund, kaum wahrgenommen durch das Fenster.
Doch Ancona verdient es, gelebt und nicht nur durchquert zu werden. Es ist die einzige italienische Stadt, in der man sowohl den Sonnenaufgang als auch den Sonnenuntergang über dem Meer bewundern kann – und der privilegierte Ort für dieses doppelte Wunder ist die Kathedrale San Ciriaco, eine romanisch-byzantinische Kathedrale, die den Guasco-Hügel wie ein steinerner Leuchtturm dominiert. Von dort oben erstreckt sich die Adria in beide Richtungen, und die Stadt entfaltet sich zum Hafen hin mit ihren Gassen, stillen Plätzen und den Wandgemälden eines Viertels, das die Kunst für seine Wiedergeburt gewählt hat.
Die Hauptstadt der Region Marken ist leicht über die Autobahn A14 (Ausfahrt Ancona Nord oder Ancona Sud) oder über die SS16 Adriatica zu erreichen. Für diejenigen, die aus dem Norden kommen, ist sie ein hervorragender Ausgangspunkt, um die Riviera del Conero zu erkunden – einer der wildesten und schönsten Küstenabschnitte der Adria, nur zwanzig Minuten südlich gelegen. Für diejenigen, die aus dem Westen anreisen, ist sie der natürliche Zielpunkt nach der Durchquerung der Hügel der Marken und der Frasassi-Schluchten.

Stellplätze und Übernachtungen

Es ist keine gute Idee, mit dem Wohnmobil in das historische Zentrum von Ancona zu fahren: Die Straßen in der Innenstadt sind eng und oft steil, Zelt-Zonen (ZTL – verkehrsberuhigte Bereiche) erstrecken sich über weite Teile des Stadtkerns, und Parkplätze für hohe oder lange Fahrzeuge sind Mangelware. Die beste Lösung ist es, das Wohnmobil auf einem der peripheren Parkplätze abzustellen und das Zentrum mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß zu erreichen.

Im Folgenden finden Sie zwei ergänzende Lösungen: Die erste ist ideal für diejenigen, die die Stadt besichtigen möchten, die zweite für diejenigen, die technische Arbeiten (Wasser be- und entladen) durchführen müssen oder direkt von der Autobahn kommen.

Empfohlene Stellplätze

🅿️ Städtischer Parkplatz Via Bruno Leoni

Der Parkplatz in der Via Bruno Leoni ist die erste Adresse für alle, die Ancona stressfrei besuchen möchten. Er befindet sich im Stadtteil Tavernelle in einer ruhigen, von Bäumen gesäumten Gegend – direkt neben dem Monumentalfriedhof der Stadt, was man vorab wissen sollte, was aber in der Praxis keinerlei Unannehmlichkeiten bereitet. Die speziellen Wohnmobilstellplätze sind eben, sauber und nachts beleuchtet. Es gibt keine Ver- oder Entsorgungsstationen, aber einen kleinen Trinkbrunnen und eine Müllsammelstelle. Der größte Vorteil ist die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr: Die Bushaltestelle liegt nur wenige Schritte vom Eingang entfernt, und die Linie 46 erreicht das Zentrum in etwa zehn Minuten. Ein Supermarkt für den Grundbedarf ist ebenfalls in fünf Minuten zu Fuß erreichbar. Kostenlos und ganzjährig geöffnet. Hinweis: Nutzer berichten von nächtlicher Überwachung.

🔧 Service: Keine (Trinkbrunnen, Müllentsorgung)
💶 Kosten: Kostenlos
🚌 Transport: Buslinie 46 → Zentrum (~10 Min.)
🛒 Supermarket: 5 Min. zu Fuß
📍 GPS: 43.5915, 13.5197

🅿️ Wohnmobilstellplatz Via Franco Scataglini – Baraccola (Logistik-Stopp)

Der Bereich in der Via Franco Scataglini im Gewerbegebiet Baraccola dient einem völlig anderen Zweck: Er ist nicht für die Besichtigung von Ancona gedacht, sondern für diejenigen, die Wasser auffüllen, Grau- und Schwarzwasser entsorgen, größere Einkäufe erledigen oder vor der Fährüberfahrt übernachten möchten. Es handelt sich um einen großen Parkplatz, der bequem über fünfzig Wohnmobile aufnimmt, mit ebenen Stellflächen, Beleuchtung, einer Trinkwasserstation und einer funktionalen Entsorgungsstation. Direkt daneben befindet sich ein großes Einkaufszentrum mit öffentlichen Toiletten, einem Supermarkt, einem Elektronikmarkt und einem Leroy Merlin. Der Nachteil ist der Lärm: Eine nahe gelegene Bahnlinie sorgt nachts für eine gewisse Ruhestörung. Er ist direkt über die Ausfahrt Ancona Sud der Autobahn A14 erreichbar. Achtung: Höhenbegrenzung von 3,50 m an der Einfahrt zum Einkaufszentrum.

🔧 Service: Trinkwasserbefüllung, Grau- und Schwarzwasserentsorgung
💶 Kosten: Kostenlos
🚗 Anfahrt: A14 Ausfahrt Ancona Sud – SS16
⚠️ Höhenbegrenzung: 3,50 m

📍 GPS: 43.5600, 13.4980

Calamo-Brunnen

Kathedrale San Ciriaco (Dom von Ancona)

Unterwegs in der Stadt

Vom Parkplatz in der Via Bruno Leoni aus funktioniert das öffentliche Verkehrssystem von Ancona gut, um das Zentrum zu erreichen. Die Linie 46 fährt an der Haltestelle direkt vor dem Parkplatz ab und erreicht in etwa zehn Minuten die Piazza Cavour – das Herz der modernen Stadt und der natürliche Ausgangspunkt für jeden Stadtrundgang zu Fuß.

Alternativ verbinden die Linien Nr. 1 und Nr. 4 das Viertel mit dem Bahnhof, von wo aus man bequem in Richtung Hafen oder Strandpromenade weiterfahren kann. Fahrkarten können in Tabakläden oder per App gekauft werden (ca. 1,30 € pro Fahrt).

Einmal im Zentrum angekommen, lässt sich Ancona am besten zu Fuß erkunden. Das historische Zentrum ist weitgehend verkehrsberuhigt oder eine Fußgängerzone: Man steigt zum Guasco-Hügel zur Kathedrale hinauf und hinunter zum Hafen für den Trajansbogen und die Mole. Es gibt Steigungen, aber sie sind nicht unüberwindbar – der Weg vom Platz bis zur Kathedrale dauert etwa zwanzig Minuten.

Wer lieber mit dem Fahrrad unterwegs ist, findet in den flachen Bereichen nahe der Strandpromenade einige Radwege, aber das hügelige Zentrum ist für Personen ohne gute körperliche Fitness nicht zu empfehlen.

Achtung: Vermeiden Sie es, mit dem Wohnmobil in das historische Zentrum zu fahren. Die Straßen im Viertel Capodimonte und auf dem Guasco-Hügel sind eng, steil und enden oft in Sackgassen.

Sehenswürdigkeiten (PoI)

Pesaro bietet eine faszinierende Mischung aus Geschichte, Kunst, Musik und Natur. Hier sind die Orte der Stadt, die man gesehen haben muss.

1
Kathedrale San Ciriaco – Das Wahrzeichen der Stadt Auf dem Gipfel des Guasco-Hügels, der vom Zentrum aus in etwa zwanzig Minuten zu Fuß (oder mit dem Shuttlebus Nr. 11) erreichbar ist, steht die Kathedrale San Ciriaco: ein unerwartetes Meisterwerk der romanisch-byzantinischen Architektur, das über mehrere Jahrhunderte vom 11. bis zum 14. Jahrhundert erbaut und dem Märtyrer und Schutzpatron der Stadt gewidmet wurde. Die Fassade aus weißem und rosa Stein besticht durch ihre elegante Schlichtheit, aber es ist die Lage, die sie einzigartig macht: Die Kathedrale blickt auf beide Seiten des Vorgebirges, wobei sich die Adria so weit das Auge reicht erstreckt. Bei Sonnenuntergang verwandelt das flache Licht den Stein in etwas fast Glühendes. Im Inneren, in der Krypta, werden die Reliquien des Heiligen aufbewahrt; am Seitenaltar befindet sich eine Madonna, die der Überlieferung nach sogar Napoleon erbleichen ließ. Der Vorplatz ist einer der schönsten Aussichtspunkte an der Adriaküste – und er ist fast immer überraschend ruhig, selbst in der Hochsaison. Adresse: Piazza del Senato, 60121 Ancona Öffnungszeiten: Mo-So 08:00 – 12:00 Uhr / 15:00 – 18:00 Uhr (Winter); Mo-Fr 08:00 – 12:00 Uhr / 13:00 – 19:00 Uhr, Sa-So 08:00 – 19:00 Uhr (Sommer) Eintritt: kostenlos Anfahrt: Buslinie 46 → Piazza Cavour, dann ca. 20 Min. Fußweg bergauf; oder Shuttle Nr. 11 vom Bahnhof
2
Trajansbogen und Mole Vanvitelliana Beim Abstieg vom Hügel in Richtung Hafen ändert die Stadt ihren Charakter: Sie wird kommerzieller, lebendiger, und der Geruch des Meeres vermischt sich mit dem Duft von Kaffee aus den Bars an der Uferpromenade. Und genau hier, fast versteckt zwischen den modernen Hafenanlagen, befindet sich eines der am besten erhaltenen römischen Denkmäler der Adria. Der Trajansbogen, der 115 n. Chr. zu Ehren des Kaisers errichtet wurde, der den Hafen von Ancona ausbaute, ist ein schlichtes und kraftvolles Bauwerk – strahlend weißer Marmor, vier korinthische Säulen, eine überraschende Vertikalität. Dahinter erhebt sich, fast wie eine Antwort des 18. Jahrhunderts auf die klassische Antike, der von Vanvitelli entworfene Clementinerbogen. Ein Stück weiter, direkt auf dem Wasser, sticht die Mole Vanvitelliana hervor: ein fünfeckiges Gebäude auf einer künstlichen Insel, das früher als Lazarett für die Quarantäne der aus der Levante Ankommenden diente – und später als Gefängnis (sogar Casanova schrieb darüber). Heute finden dort kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen statt. Ein Spaziergang entlang der Hafenmauer lohnt sich schon allein, um das Gebäude von außen zu bewundern. Adresse Trajansbogen: Banchina Giovanni da Chio, 60121 Ancona Eintritt: frei (Außenbesichtigung jederzeit möglich) Mole Vanvitelliana: Molo Santa Maria – Öffnungszeiten variieren je nach Veranstaltung
3
Piazza del Plebiscito – Das bürgerliche Herzstück Von allen Bewohnern „Piazza del Papa“ genannt, aufgrund der Statue von Clemens XII., die in der Mitte einer eleganten Treppe thront, ist die Piazza del Plebiscito das bürgerliche Herz von Ancona: ein von historischen Gebäuden mit großer Präsenz umschlossener Platz, dessen Atmosphäre in kleinerem Maßstab an gewisse Ecken Roms erinnert. An der Südseite schließt die Kirche San Domenico ab, in der ein Altarbild von Tizian aufbewahrt wird, das er in seinen letzten Lebensjahren malte. Auf der gegenüberliegenden Seite, im Stadtmuseum (Museo della Città), befindet sich ein bizarres Gemälde aus dem 17. Jahrhundert, auf dem ein Künstler, der nie in Ancona gewesen war, die Einwohner in türkischer Kleidung darstellte – schließlich war die Stadt damals ein Handelsknotenpunkt zwischen West und Ost, und diese ambivalente Identität ist bis heute in ihrer DNA geblieben. Der Platz ist ideal für eine Pause in einer Bar, um den Rhythmus des lokalen Lebens abseits des Hafens und der Fähren zu spüren. Adresse: Piazza del Plebiscito, 60121 Ancona Eintritt: kostenlos (öffentlicher Platz) Stadtmuseum: variable Öffnungszeiten – bitte auf der Website der Stadt Ancona überprüfen
4
Park des Cardeto – Natur, Geschichte und Panorama Wenig bekannt bei Durchreisenden, ist der Cardeto-Park einer der überraschendsten Orte Anconas: ein weitläufiger Stadtpark, der auf den alten Stadtmauern angelegt wurde, inmitten von Bastionen aus dem 16. Jahrhundert, verrosteten Kanonen und Pinienwäldern, die selbst im Sommer nach Harz duften. Der Eintritt ist frei, aber die Beschilderung im Inneren ist lückenhaft: Es empfiehlt sich, die Karte am Eingang zu fotografieren, bevor man losgeht. Entlang der Route stößt man auf höchst eindrucksvolle Stätten: den Jüdischen Friedhof, einen der größten Europas; den Englischen Friedhof, der sich im Inneren der Bastion San Paolo befindet; das Fort Cardeto aus dem 18. Jahrhundert und den Alten Leuchtturm, der nach den beiden Weltkriegen wiederaufgebaut wurde und einen der schönsten Ausblicke auf den Hafen und die Adria bietet. Es ist der richtige Ort für einen entspannten Spaziergang am späten Nachmittag, wenn das Licht schwindet und die Stadt diese goldene Farbe annimmt, die nur alte Häfen haben können. Anfahrt: Buslinie 6 → Piazza Cavour, dann ca. 1 km zu Fuß; oder Linie 42 ab Corso Carlo Alberto Eintritt: kostenlos Öffnungszeiten: öffentlicher Park, während der Tageslichtstunden zugänglich
5
Viertel Capodimonte – Street Art, die Geschichte erzählt Vom Corso Giuseppe Mazzini, der belebtesten Einkaufsstraße im Zentrum, führt ein kurzer Abstecher in das Viertel Capodimonte: ein Stadtteil, der durch ein Street-Art-Projekt wiederbelebt wurde und graue Mauern in ein Freilichtmuseum verwandelt hat. Das Herzstück der Route ist die Unterführung, die die Via Cialdini mit der Via Astagno verbindet. Sie wurde von italienischen und ausländischen Künstlern vollständig mit traumhaften und farbenfrohen Motiven bemalt: Vogelscheuchen, fliegende Häuser, Fantasiezüge und Figuren, die direkt aus einer Kindergeschichte stammen könnten. Besonders hervorsticht das Werk des Bologneser Künstlers Percy Bertolini, das dem jungen Hirten Attilio gewidmet ist – einem echten Jungen, der im Alter von sieben Jahren Schafe auf die Weiden des Conero führte – dargestellt in Schwarz-Weiß mit einem Bündel Holz auf der Schulter. Es ist vielleicht nicht der klassischste Stopp in Ancona, aber derjenige, der am meisten überrascht, besonders für Liebhaber urbaner Kunst und lokaler Stadtviertel-Geschichten. Adresse: Via Cialdini / Via Astagno, Ancona (Viertel Capodimonte) Anfahrt: Zu Fuß vom Corso Mazzini, ca. 5 Min. Eintritt: Kostenlos (öffentlicher Raum)
Gemini ha detto Papst Clemens XII. auf der Piazza del Plebiscito in Ancona

Saisonale Veranstaltungen

Rossini Opera Festival

Wann: 4. Mai
Wo: Kathedrale San Ciriaco und das historische Zentrum von Ancona
Was: Am 4. Mai feiert Ancona seinen Schutzpatron mit einem Tag religiöser und ziviler Feierlichkeiten, die in einer feierlichen Messe in der Kathedrale und einer Prozession durch die Straßen des historischen Zentrums gipfeln. Die Atmosphäre ist die eines großen Volksfestes: Die Straßen füllen sich, die Bars bleiben bis spät geöffnet und der Guasco-Hügel belebt sich mit Familien und Besuchern. Für einen Wohnmobilreisenden, der zu dieser Zeit in der Gegend ist, ist es eine seltene Gelegenheit, Ancona so zu sehen, wie seine Einwohner es erleben, fernab der Fährsaison und des sommerlichen Strandansturms. Prüfen Sie die spezifischen Details für die aktuelle Ausgabe auf der Website der Stadt Ancona.

Spielzeit des Teatro delle Muse

Wann: Oktober – Mai
Wo: Teatro delle Muse, Via della Loggia 4, Ancona
Was: Das Teatro delle Muse ist eines der schönsten historischen Theater in der Region Marken: ein neoklassizistisches Gebäude mit Blick auf den Hafen, das eine Spielzeit mit Schauspiel, Oper und Konzerten von nationalem Prestige bietet. Wer Ancona in der Nebensaison besucht – was übrigens die am besten geeignete Zeit für Wohnmobilreisende ist –, kann einen Abend im Theater genießen, eine Erfahrung weit entfernt vom Image der Stadt als bloßer Durchgangshafen. Das vollständige Programm ist auf der offiziellen Website des Theaters verfügbar. Preise und Verfügbarkeit variieren je nach Aufführung.

Sommer an der Riviera del Conero

Wann: Juni – September
Wo: Sirolo, Numana, Portonovo (AN)
Was: Die Riviera del Conero, zwanzig Minuten südlich von Ancona, erwacht im Sommer mit Konzerten, lokalen Festen und kulturellen Initiativen in den Dörfern Sirolo und Numana zum Leben. Anstelle eines einzelnen großen Festivals gibt es einen weitläufigen Veranstaltungskalender, der jedes Sommerwochenende zu einer potenziellen Überraschung macht. Die Conero-Gemeinden veröffentlichen ihre Saisonprogramme auf ihren jeweiligen offiziellen Websites. Ideal als Verlängerung eines Aufenthalts in Ancona: Lassen Sie das Wohnmobil für den Service bei Scataglini stehen und fahren Sie mit den Sommer-Shuttles zu den weißen Stränden des Vorgebirges. Die inneren Straßen des Conero-Parks sind eng: Die Durchfahrt mit großen Wohnmobilen wird nicht empfohlen.

Gerichte und lokale Produkte

Man kann nicht behaupten, Ancona wirklich gekostet zu haben, ohne vor einer Schüssel Brodetto gesessen zu haben. Keine gewöhnliche „Fischsuppe“ – wehe dem, der sie in den Marken so nennt –, sondern der anconetanische Brudetu: die Meeresfrüchtesuppe, die nach lokaler Tradition die Mutter aller Adria-Suppen ist, der Archetyp, von dem alle Varianten von Rimini bis Pescara abstammen.

Entstanden auf Fischerbooten als Gericht der armen Leute – zubereitet aus dem Fang, der auf dem Markt nicht verkauft werden konnte –, folgt der anconetanische Brodetto einer strengen Regel: Er muss genau dreizehn Fischarten enthalten. Dreizehn, wie die Glückszahl der Fischer, wie die „13 Röhren“ der Fontana del Calamo, die den Einwohnern von Ancona so am Herzen liegt. Das andere Merkmal, das ihn von seinen Verwandten aus der nördlichen Adria unterscheidet, ist das Ablöschen mit Essig – niemals mit Weißwein –, was den Garvorgang stabilisiert und verhindert, dass der Fisch zerfällt.

Rezept für Brodetto all’anconetana

Zutaten (für 4 Personen):
* ca. 1,5 kg gemischter Fisch in 13 Sorten: Sepia, Kalmar, Moschuskrake, Seezunge, Seehecht, Seeteufel, Glatthai, Meerbarbe, Drachenkopf, Fangschreckenkrebs, Riesengarnelen, Miesmuscheln, Venusmuscheln (je nach Fang anpassen)
* 1 goldene Zwiebel, in feine Scheiben geschnitten
* 2–3 Knoblauchzehen, zerdrückt
* 1 großzügiges Glas Olivenöl Extra Vergine
* ½ Glas Weißweinessig
* 250 g Tomatenpüree + 2–3 Esslöffel Tomatenkonzentrat
* 1 Bund frische Petersilie, gehackt
* Salz und Pfeffer nach Geschmack
* Leicht gesalzenes Wasser nach Bedarf
* Altbackenes, krustiges Brot, in Scheiben geröstet

Zubereitung:
1. Reinigen des Fischs: Alle Fische gründlich reinigen und waschen. Die Sepien säubern, indem Knochen, Tintenbeutel und Schnabel entfernt werden, dann in Stücke schneiden. Größere Fische in Tranchen schneiden. Alles auf einer großen Platte anrichten und leicht salzen.
2. Das Anschwitzen: In einem großen Terrakottatopf (oder einer Pfanne mit sehr dickem Boden) das Öl erhitzen und die Zwiebelscheiben sowie den zerdrückten Knoblauch bei mittlerer Hitze goldbraun dünsten.
3. Ablöschen mit Essig: Die Hitze erhöhen und den Essig hineingießen. Vollständig verdampfen lassen – dieser Schritt ist das Geheimnis des anconetanischen Brodetto: Er aromatisiert die Basis und hilft, den Fisch während des Garens intakt zu halten.
4. Die Saucenbasis: Sobald der Essig verdampft ist, die gehackte Petersilie, das Tomatenpüree und das in etwas Salzwasser aufgelöste Konzentrat hinzufügen. Die Sauce sollte recht flüssig sein. Bei schwacher Hitze 10–15 Minuten köcheln lassen.
5. Zuerst die Weichtiere: Sepien und Kalmare hinzufügen (die Weichtiere, die am längsten garen müssen). Mit einem Deckel abdecken und bei schwacher Hitze mindestens 15–20 Minuten garen, bis die Sauce einzudicken beginnt.
6. Der restliche Fisch: Die Sepien an den Rand des Topfes schieben. Die Fische in der Reihenfolge ihrer Garzeit hinzufügen: zuerst Fangschreckenkrebse, Kaisergranat und größere Fische (Seeteufel, Glatthai), dann mittlere Fische (Seehecht, Barbe, Drachenkopf) und zuletzt Seezungen und empfindlichere Fische. Abdecken und weitere 15–20 Minuten bei sehr schwacher Hitze garen.
7. Ruhen lassen: Den Herd ausschalten und abgedeckt mindestens 10 Minuten ruhen lassen. Die Sauce sollte sämig und von einer schönen dunkelroten Farbe sein.
8. Servieren: Die gerösteten Brotscheiben auf den Boden der Schüsseln legen und den kochend heißen Brodetto darüber gießen. Mit frischer Petersilie bestreuen. Ideale Begleitung: ein Verdicchio dei Castelli di Jesi, still und kellerkühl.

Historische und kulturelle Notiz

Der anconetanische Brodetto gilt als der älteste in der adriatischen Tradition – die ersten „weißen“ Rezepte gehen auf mittelalterliche Fischer zurück, während Tomaten erst nach dem 17. Jahrhundert Einzug hielten. Jede Familie in Ancona hütet ihre eigene Version, mit kleinen Variationen, die über Generationen weitergegeben wurden: Manche fügen Safran hinzu, andere verwenden hausgemachte Konserven, die in Blechtrommeln gekocht wurden, und wieder andere schwören, dass man es ohne Terrakottatopf nicht Brodetto nennen darf. Die Zahl 13 ist nicht irgendein Aberglaube: Sie erinnert an die 13 Röhren der Fontana del Calamo, ein Symbol der Stadt aus dem Jahr 1560. Ein Gericht, das die Geschichte eines Hafens erzählt, der dem gesamten Mittelmeerraum offensteht.

Nützliche Tipps

Reisezeit: Der Frühling (April–Mai) und der frühe Herbst (September–Oktober) sind die idealen Jahreszeiten — milde Temperaturen, weniger Touristen, verfügbare Parkplätze und niedrigere Preise. Der Sommer bringt die Massen der Fährpassagiere mit sich und die Preise steigen; der Winter ist ruhig, aber einige Veranstaltungen und Einrichtungen sind geschlossen.
ZTL beachten: Das historische Zentrum von Ancona ist größtenteils eine verkehrsberuhigte Zone (ZTL). Versuchen Sie nicht, sich dem Domviertel oder den engen Gassen des Zentrums mit einem Wohnmobil zu nähern: Die ZTL-Kameras sind aktiv und die Straßen sind für hohe Fahrzeuge oft physisch unpassierbar. Nutzen Sie stets die Parkplätze am Stadtrand und die öffentlichen Verkehrsmittel.
Technische Vorbereitungen vor der Abfahrt: Wenn Sie Ihre Wassertanks füllen oder leeren müssen, nutzen Sie den Stellplatz Scataglini, bevor Sie Ancona verlassen. Er ist kostenlos, funktional und günstig von der Autobahn aus erreichbar.
Der Conero in Reichweite: Wenn Sie einen zusätzlichen Tag haben, fahren Sie nach Süden. Nur zwanzig Minuten entfernt liegt die Riviera del Conero mit den Stränden von Portonovo, Sirolo und Numana — einige der schönsten an der Adria. Achtung: Die Straßen im Conero-Park sind eng und kurvenreich, nicht für lange Wohnmobile geeignet. Es ist besser, das Fahrzeug in der Ebene abzustellen und mit den Sommer-Shuttles zu den Stränden zu fahren.
Der Mercato delle Erbe: Wenn Sie vor der Weiterreise hochwertig einkaufen möchten, ist der Mercato delle Erbe (Via della Loggia) einer der schönsten Indoor-Märkte der Marken — frischer Fisch, lokales Gemüse, Käse und Wurstwaren. Geöffnet vormittags, Montag bis Samstag.

👉 Ancona ist eine jener Städte, die man zu spät entdeckt und sofort bereut: Allzu oft nur durch das Fenster einer Fähre betrachtet, verbirgt sie eine Schichtung aus Geschichte, Kunst und Gastronomie, die sie zu einem unverzichtbaren Stopp für jeden macht, der die Adriaküste mit dem Wohnmobil bereist. Setzen Sie sie auf Ihre Liste — und halten Sie diesmal wirklich an.

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