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Mantova entdecken

Renaissance-Juwel zwischen den drei Seen

Mantua ist eine der faszinierendsten Städte Norditaliens, ein Renaissance-Juwel, das durch seine Einzigartigkeit überrascht: Es ist eine Stadt des Wassers im Herzen der Po-Ebene. Umgeben von drei künstlichen Seen, die durch den Fluss Mincio entstanden sind, bietet sie ein außergewöhnliches Stadtpanorama, das man am besten von der San-Giorgio-Brücke aus bewundert, wo sich die historische Skyline im ruhigen Wasser spiegelt.

Seit 2008 gehört Mantua zum UNESCO-Weltkulturerbe und trägt noch immer die Spuren der Größe der Familie Gonzaga, die die Stadt von 1328 bis 1707 regierte und sie in eines der wichtigsten künstlerischen Zentren der italienischen Renaissance verwandelte. Der Herzogspalast, der Palazzo Te, das Bibiena-Theater: Jede Ecke erzählt Geschichten von Kunst, Kultur und höfischem Glanz.

Mit dem Wohnmobil ist es ein strategisches Ziel: Das historische Zentrum ist fast vollständig Fußgängerzone und kann bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad besichtigt werden, während die ausgestatteten Stellplätze gut gelegen und angebunden sind. Wenn Sie Mantua zwischen Juli und August besuchen, sollten Sie sich das Spektakel der Lotusblüte auf dem Lago Superiore nicht entgehen lassen: ein fernöstlicher Touch, der die Landschaft noch magischer macht.

Stellplätze und Übernachtungen

Mantua verfügt über ein historisches Zentrum mit verkehrsberuhigten Zonen (ZTL), die tagsüber aktiv sind, weshalb es nicht ratsam ist, mit dem Wohnmobil hineinzufahren: Die Straßen sind eng, der Verkehr ist reguliert und die Parkmöglichkeiten sind begrenzt. Die beste Lösung ist es, das Wohnmobil auf einem der ausgestatteten Stellplätze außerhalb des Zentrums abzustellen und die Stadt zu Fuß, mit dem Fahrrad über die wunderschönen Radwege entlang der Seen oder mit dem kostenlosen Shuttle zu erreichen.

Mantua bietet zwei hervorragende Rastplätze für Wohnmobilreisende, die beide gut ausgestattet und strategisch günstig für die Erkundung der Stadt gelegen sind. Hier sind die empfohlenen Lösungen, um stressfrei in Mantua zu übernachten und die Stadt zu besuchen.

Empfohlene Stellplätze

🅿️ Wohnmobilstellplatz „Sparafucile“

Via Legnago, 1, 46100 Lunetta-frassino (MN)

Der Stellplatz Sparafucile liegt direkt am nördlichen Stadteingang, mitten im Grünen des Mincio-Parks und mit Blick auf die Skyline von Mantua. Er ist die bequemste Option für alle, die zentrumsnah sein wollen: Über die San-Giorgio-Brücke und den Fußgänger- und Radfahrer-Ökotunnel erreicht man den Komplex des Herzogspalasts und das UNESCO-Viertel in 10-15 Minuten zu Fuß. Das Areal verfügt über 56 Rasenplätze, alle mit Stromanschluss (1 kW) und Wasser, komplettem Wohnmobil-Service sowie Sanitäranlagen mit beheizten Warmduschen. Der Platz ist videoüberwacht und durch einen Kassenautomaten vollautomatisiert. Ein großer Pluspunkt: der kostenlose Shuttle-Bus, der vom nahegelegenen Parkplatz Campo Canoa abfährt (zu Fuß über den Ökotunnel erreichbar) und alle 12-15 Minuten ins Zentrum fährt.

GPS: 45.1650, 10.8119

🅿️ Wohnmobilstellplatz „Grazie di Curtatone“

Parco Paganini, Via della Fiera, 1, 46010 Grazie (MN)

Dieser kommunale Stellplatz liegt im Ortsteil Grazie di Curtatone, etwa 7 km von Mantua entfernt, und wird von Freiwilligen des Vereins Camper Solidale Mantova verwaltet. Mit 103 Stellplätzen im Grünen, die teilweise schattig sind, bietet er eine ruhigere und entspanntere Atmosphäre. Er verfügt über Wohnmobil-Service, Strom- und Wasseranschlüsse an jedem Platz, Sanitäranlagen mit Warmduschen (1 € pro Chip), kostenloses WLAN, einen Kinderspielplatz und einen Grillbereich. Er ist ideal für Familien und all jene, die die Umgebung erkunden möchten: Der Platz liegt nur wenige Schritte von der bezaubernden Wallfahrtskirche Santa Maria delle Grazie und der Anlegestelle der Mincio-Bootsführer für Ausflüge auf dem See entfernt. Mantua ist mit dem Fahrrad über den Radweg (10 km) oder per Shuttle/Bus erreichbar. Alle Einnahmen werden, abzüglich der Kosten, für wohltätige Zwecke gespendet.

GPS: 45.1536, 10.6911

🅿️ Kostenpflichtige Parkplätze im Stadtzentrum

Es ist auch möglich, auf einigen öffentlichen Parkplätzen näher am Zentrum zu parken (wie dem Parcheggio Te oder dem Parcheggio Anconetta), aber Vorsicht: Mantua verfügt über weitläufige verkehrsberuhigte Zonen (ZTL) im historischen Zentrum, die in der Regel von 7:00 bis 19:00 Uhr aktiv sind. Prüfen Sie immer die Beschilderung und die ZTL-Zeiten vor der Einfahrt, um Bußgelder zu vermeiden. Diese Parkplätze verfügen über keine speziellen Einrichtungen für Wohnmobile (kein Wohnmobil-Service) und sind schlechter ausgestattet als die ausgewiesenen Stellplätze. Sie sind praktische Lösungen für kurze Zwischenstopps am Tag, aber für Übernachtungen empfehlen wir die ausgestatteten Stellplätze Sparafucile oder Grazie di Curtatone, die alle notwendigen Serviceleistungen und bequeme Verbindungen ins Zentrum bieten.

“Basilika San Andrea”

„Das Oktogon von San Andrea“

Unterwegs in der Stadt

Mantua ist eine wohnmobilfreundliche Stadt: kompakt, verkehrsberuhigt und mit einer hervorragenden Infrastruktur, um sich ohne Auto fortzubewegen.

Zu Fuß: Das historische Zentrum è molto kompakt und lässt sich leicht zu Fuß erkunden. Vom Stellplatz Sparafucile aus erreicht man über die San-Giorgio-Brücke und den Fußgänger- und Radfahrer-Ökotunnel in einem angenehmen 10-15-minütigen Spaziergang den Herzogspalast, inklusive Blick auf die Skyline der Stadt, die sich in den Seen spiegelt. Einmal im Zentrum angekommen, liegen die Piazza Sordello, die Piazza delle Erbe, der Dom und die Einkaufsstraßen alle in fußläufiger Entfernung zueinander.

Mit dem Fahrrad: Mantua ist die ideale Stadt zum Radfahren. Es gibt über 400 km Radwege im mantuanischen Gebiet, von denen viele entlang der drei Seen verlaufen und herrliche Ausblicke bieten. Vom Stellplatz Sparafucile aus führt der Radweg in 5-10 Minuten ins Zentrum. Von Grazie di Curtatone aus erstreckt sich der Radweg über etwa 10 km durch den Mincio-Park: eine flache Route mitten in der Natur, die auch perfekt für Familien geeignet ist. Viele Wohnmobilisten bringen ihre Fahrräder gezielt mit, um diese Wege zu genießen.

Kostenloser Shuttle: Vom Stellplatz Sparafucile aus erreicht man zu Fuß (über den Ökotunnel) den nahegelegenen Parkplatz Campo Canoa. Von dort fährt ein kostenloser Stadt-Shuttle ab, der den Parkplatz mit dem historischen Zentrum (Piazza Sordello und Palazzo Te) verbindet. Die Fahrten sind häufig: an Werktagen alle 12-15 Minuten, mit einem Service von ca. 7:00 bis 21:00 Uhr. Äußerst praktisch, wenn man mit Kindern oder Gepäck reist.

Stadtbus: Von Grazie di Curtatone aus gibt es Stadtbusverbindungen, die ins Zentrum von Mantua führen. Die Haltestelle befindet sich in der Nähe des Stellplatzes, und Fahrkarten können bei den Platzbetreibern erworben werden. Die Fahrt dauert etwa 15-20 Minuten.

Sehenswürdigkeiten (PoI)

1
Herzogspalast und Castello di San Giorgio Der Herzogspalast von Mantua (Palazzo Ducale) ist einer der größten Architekturkomplexe Europas: über 500 Zimmer, Innenhöfe, Gärten und Galerien erzählen vier Jahrhunderte Geschichte der Familie Gonzaga. Hier lebte und regierte die Herrscherfamilie und sammelte außergewöhnliche Kunstwerke, indem sie die bedeutendsten Künstler der Renaissance an ihren Hof rief: Mantegna, Pisanello, Tintoretto und Tizian. Der Haupteingang befindet sich an der Piazza Sordello, dem monumentalen Herzen der Stadt. Der Palast ist ein faszinierendes Labyrinth aus Adelswohnungen, freskierten Sälen und Kunstsammlungen. Verpassen Sie nicht den Saal der Bogenschützen (Sala degli Arcieri), die Gemächer der Isabella d'Este und die von Giulio Romano dekorierten Räume. Das wahre Juwel des Komplexes befindet sich jedoch im Castello di San Giorgio, das mit dem Herzogspalast verbunden ist: die Camera degli Sposi (Hochzeitszimmer), die zwischen 1465 und 1474 von Andrea Mantegna bemalt wurde. Es ist eines der außergewöhnlichsten Werke der italienischen Renaissance. Mantegna verwandelte die Wände und die Decke in ein illusionistisches Theater: Familienporträts, Hofszenen, Ideallandschaften und das berühmte „Oculus“ an der Decke, von dem aus Putten und Figuren in einem brillanten perspektivischen Spiel nach unten blicken. Der Zugang zur Camera degli Sposi ist begrenzt und kostenpflichtig (ein separates Ticket zum restlichen Palast), daher ist eine frühzeitige Reservierung ratsam, insbesondere an Wochenenden. Praktische Tipps: Planen Sie mindestens 2-3 Stunden ein, um den Herzogspalast in Ruhe zu besichtigen. Wenn Sie wenig Zeit haben, konzentrieren Sie sich auf die Camera degli Sposi und die Gemächer der Isabella d'Este. Die Mantua Card (20 €, 72 Stunden gültig) beinhaltet den Eintritt in den Herzogspalast, den Palazzo Te und andere städtische Museen: eine ausgezeichnete Investition, wenn Sie mehrere Sehenswürdigkeiten besuchen möchten.
2
Palazzo Te Nur wenige Schritte vom Zentrum entfernt liegt der Palazzo Te, das manieristische Meisterwerk von Giulio Romano, dem Lieblingsschüler Raffaels. Erbaut zwischen 1524 und 1534 im Auftrag von Federico II. Gonzaga, war der Palast keine offizielle Residenz, sondern eine „Villa der Genüsse“: ein Rückzugsort, an den sich der Herzog zurückzog, um den höfischen Verpflichtungen zu entfliehen, sich der Muße hinzugeben und seine Geliebte Isabella Boschetti zu empfangen. Architektonisch ist der Palazzo Te ein Triumph des manieristischen Stils: Fassaden mit einem Spiel aus unterbrochenen Symmetrien, dorischen Pilastern, Blindfenstern und einem Sinn für Überraschung und Teatralik. Doch das wahre Wunder liegt im Inneren, in den Fresken, die Giulio Romano und seine Werkstatt in jedem Raum schufen. Der Saal von Amor und Psyche (Sala di Amore e Psiche) erzählt mit Sinnlichkeit und Ironie die mythologische Legende der Nymphe und des Gottes der Liebe: Wände und Decke sind ein Rausch aus erotischen Szenen, göttlichen Banketten und alchemistischen Symbolen. Es ist eine Liebeserklärung in Renaissance-Manier: anspruchsvoll, gebildet und lebensfroh. Doch es ist der Saal der Giganten (Sala dei Giganti), der Ihnen den Atem rauben wird. Hier schuf Giulio Romano ein 360-Grad-Fresko, das den Betrachter vollständig einhüllt: Es stellt den Kampf zwischen Zeus und den Giganten dar, wobei letztere durch den Einsturz des Olymps zermalmt werden. Die gemalte Architektur stürzt über Ihnen ein, Körper winden sich und kosmisches Chaos umgibt Sie. Es ist eine immersive und überwältigende Erfahrung, eines der innovativsten Werke des 16. Jahrhunderts. Praktische Tipps: Besuchen Sie den Palazzo Te am frühen Morgen oder am späten Nachmittag, um Schulgruppen zu vermeiden. Planen Sie mindestens 1,5 bis 2 Stunden ein. Der Palast beherbergt auch das Stadtmuseum von Mantua und temporäre Ausstellungen. Er ist vom Zentrum aus in 15 Minuten zu Fuß oder mit dem kostenlosen Shuttle erreichbar.
3
Piazza Sordello und Piazza delle Erbe Mantua erzählt seine Geschichte über seine Plätze, und die beiden wichtigsten sind die Piazza Sordello und die Piazza delle Erbe – das schlagende Herz der Stadt. Die Piazza Sordello ist der größte und feierlichste Platz in Mantua, benannt nach dem Troubadour-Dichter Sordello da Goito. Dieser riesige, gepflasterte Platz wird von den Palästen der Macht gesäumt: dem Herzogspalast mit seinem imposanten Palazzo del Capitano, dem Dom von Mantua (Kathedrale St. Peter), dem Bischofspalast, dem Palazzo Bonacolsi (heute Castiglioni) und dem Käfigturm (Torre della Gabbia). Die Atmosphäre ist majestätisch und ruhig: Hier übten die Gonzaga ihre politische und religiöse Macht aus. Es lohnt sich, vor der Bronzestatue von Rigoletto haltzumachen, dem Hofnarren und Protagonisten von Verdis Oper, die genau hier in Mantua spielt. Der Dom von Mantua (Duomo) ist definitiv einen Besuch wert: Die Fassade ist spätbarock, aber im Inneren koexistieren verschiedene Stile. An der Seite ragt der romanische Glockenturm empor, während das Mittelschiff eine prächtige Kassettendecke aufweist. In den unterirdischen Krypten sind Mitglieder der Familie Gonzaga begraben. Nur wenige Schritte entfernt liegt die Piazza delle Erbe, das Zentrum des täglichen Lebens in Mantua. Intimer und lebendiger, ist sie von Arkaden, Cafés und historischen Geschäften umgeben. Drei must-see Gebäude überblicken diesen Platz: der Palazzo della Ragione mit seiner Zinnenfassade, der Uhrturm (Torre dell'Orologio, 1493) mit der von Bartolomeo Manfredi entworfenen astronomischen Uhr und die Rotonda di San Lorenzo, die älteste Kirche Mantuas (1082), die nach dem Vorbild der Grabeskirche in Jerusalem erbaut wurde. Praktische Tipps: Besteigen Sie den Uhrturm (Eintritt in der Mantua Card enthalten) für einen Blick aus der Vogelperspektive auf das historische Zentrum. Besuchen Sie auch das Innere der Rotonda di San Lorenzo, die klein, aber faszinierend ist. Die Piazza delle Erbe ist ideal für eine Kaffeepause oder einen Aperitif unter den Arkaden.
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Die drei Seen und die Lotusblüten Mantua ist eine Stadt des Wassers: Drei künstliche Seen, die im 12. Jahrhundert durch die Regulierung des Flusses Mincio angelegt wurden, umschließen das historische Zentrum und bieten einzigartige Ausblicke sowie ein ganz besonderes Mikroklima. Es handelt sich um den Lago Superiore (im Norden), den Lago di Mezzo und den Lago Inferiore (im Süden). Diese Besonderheit macht Mantua zu einem einzigartigen Juwel in der Po-Ebene: eine Inselstadt mitten in der Natur. Die spektakulärste Zeit für einen Besuch in Mantua? Zwischen Juli und August, wenn auf dem Lago Superiore Tausende von Lotusblüten erblühen. Es ist ein außergewöhnlicher Anblick: Der See färbt sich rosa und grün, während riesige Blüten aus dem Wasser ragen und eine fast orientalische Landschaft schaffen. Obwohl die Blüte von der Straße aus sichtbar ist, lässt sie sich am besten bei einer Bootsfahrt mit den „Barcaioli del Mincio“ genießen, die am Anleger in Grazie di Curtatone starten und durch die Mincio-Täler und die Lotusblüten navigieren. Ein weiterer unverzichtbarer Aussichtspunkt ist die San-Giorgio-Brücke, die den Lago di Mezzo überquert und das historische Zentrum mit dem Viertel Sparafucile verbindet. Von hier aus spiegelt sich die Skyline von Mantua im ruhigen Wasser des Mincio: Türme, Glockentürme, Kuppeln und Paläste werfen ihr Spiegelbild auf die Wasseroberfläche und ergeben ein Postkartenmotiv. Es ist einer der meistfotografierten Orte Mantuas, besonders bei Sonnenuntergang. Praktische Tipps: Die Bootsausflüge auf den Seen dauern etwa 1-2 Stunden und starten in Grazie di Curtatone. Wer auf dem Wohnmobilstellplatz in Grazie übernachtet, erhält am Anleger oft einen Rabatt (fragen Sie nach der Kooperation mit Camper Solidale). Bringen Sie Ihre Kamera mit: Die Ausblicke sind atemberaubend. Der Radweg entlang der Seen eignet sich hervorragend für einen Spaziergang oder eine Radtour: Er ist flach, schattig und mitten im Grünen des Mincio-Parks gelegen.
5
Bibiena Theater Das Bibiena-Theater (auch bekannt als Teatro Scientifico) ist eines der verborgenen Juwelen Mantuas, ein kleines Meisterwerk der barocken Theaterarchitektur. Es wurde vom Architekten Antonio Galli Bibiena entworfen und im Jahr 1769 eingeweiht. Der Grundriss ist glockenförmig, mit Logen auf vier Rängen, die eine perfekte Akustik und eine intime, raffinierte Atmosphäre schaffen. Die Dekorationen sind prachtvoll: vergoldeter Stuck, korinthische Säulen, Fresken an den Gewölben und elegante Balustraden. Jedes Detail wurde entworfen, um eine kostbare und theatralische Umgebung zu schaffen, die dem Hof der Gonzaga würdig gewesen wäre, auch wenn es erst am Ende ihrer Ära erbaut wurde. Eine berühmte Anekdote: Im Januar 1770 trat hier der junge Wolfgang Amadeus Mozart im Alter von nur vierzehn Jahren während seiner ersten Italienreise auf. Das Wunderkind war von dem Theater fasziniert, und dieses Konzert ist bis heute als einer der prestigeträchtigsten Momente in der Geschichte des Bibiena in Erinnerung geblieben. Heute finden im Theater keine regulären Theateraufführungen mehr statt (dafür ist es zu empfindlich), aber es wird für Kammermusikkonzerte, kulturelle Veranstaltungen und Führungen genutzt. Der Besuch ist kurz, aber eindrucksvoll: Es lohnt sich sehr, um in eine Atmosphäre vergangener Zeiten einzutauchen. Praktische Tipps: Die Besichtigung dauert etwa 20–30 Minuten. Der Eintritt ist in der Mantua Card enthalten. Das Theater befindet sich in der Via Accademia, nur wenige Schritte von der Piazza Sordello entfernt. Prüfen Sie die Öffnungszeiten auf der Website der Mantua Card, da diese saisonal variieren können.

Saisonale Veranstaltungen

Festivaletteratura

Wann: September

Wo: Mantua

Was: Es ist das wichtigste Kulturevent Mantuas, ein internationales Literaturfestival, das jedes Jahr im September stattfindet. Fünf Tage lang verwandelt sich die Stadt in einen großen literarischen Salon: Plätze, Innenhöfe, Kreuzgänge und historische Paläste beherbergen Begegnungen mit Schriftstellern, Lesungen, Aufführungen und Debatten. Die Atmosphäre ist magisch, wenn Tausende von Lesern von einem Termin zum nächsten ziehen und eine einzigartige Energie erzeugen. Selbst wenn Sie kein eingefleischter Buchliebhaber sind, lohnt sich ein Besuch in Mantua während des Festivaletteratura: Die Stadt ist extrem lebendig, die Lokale sind voll und die Luft ist erfüllt von Kultur und Austausch.

Antichissima Fiera delle Grazie und Wettbewerb der Madonnari

Wann: 15. August

Wo: Ortsteil Grazie di Curtatone

Was: Mitte August findet einer der ältesten Jahrmärkte Italiens statt. Der Höhepunkt ist der nationale Wettbewerb der „Madonnari“, Straßenkünstler, die mit farbiger Kreide auf dem Kirchplatz der Wallfahrtskirche Santa Maria delle Grazie sakrale Bilder, Gesichter, Landschaften und Kunstwerke mit unglaublichem Geschick auf den Boden malen. Es ist ein stimmungsvolles und beliebtes Spektakel, das Tausende von Besuchern anzieht. Während des Jahrmarkts bleibt der Wohnmobilstellplatz in Grazie geschlossen, um Platz für die Marktstände zu schaffen. Planen Sie Ihren Besuch entsprechend: Sie können auf dem Stellplatz Sparafucile übernachten und Grazie mit dem Fahrrad über den Radweg erreichen.

Lotusblüte

Wann: Juli und August

Wo: Lago Superiore

Was: Obwohl es sich nicht um eine „organisierte“ Veranstaltung handelt, ist die Lotusblüte auf dem Lago Superiore ein unumgängliches Naturereignis. Zwischen Juli und August färbt sich der See in Rosa- und Grüntönen und bietet ein einzigartiges Spektakel. Viele Wohnmobilreisende planen ihren Trip nach Mantua gezielt in diesem Zeitraum, um dieses außergewöhnliche Phänomen zu erleben. Die Bootsausflüge durch die Lotusblüten starten am Anleger in Grazie di Curtatone und sind sehr gefragt: Es ist ratsam, im Voraus zu buchen.

Typische Gerichte und lokale Produkte

Wenn es ein Gericht gibt, das die Seele von Mantua widerspiegelt, dann sind es die Kürbis-Tortelli (Tortelli di Zucca): Eiernudeltaschen, gefüllt mit einer süß-sauren Mischung aus Kürbis, Amaretti-Keksen, Mostarda und Grana Padano. Es ist ein Renaissance-Rezept, das am Hof der Gonzaga entstand, als die Köche der Familie Gerichte kreierten, die süße und herzhafte Aromen nach dem Geschmack der damaligen Zeit kombinierten. Kürbis-Tortelli wurden bei herrschaftlichen Banketten serviert, und noch heute ist es Tradition, sie am Heiligabend zu essen.

Das Geheimnis liegt in der Füllung: Der Mantuaner Kürbis (oder alternativ die Sorte Delica) wird im Ofen gebacken, bis er weich ist, dann zerdrückt und mit zerbröselten Amaretti, Mantuaner Apfel- oder Birnen-Mostarda, geriebenem Grana Padano, Muskatnuss und einer Prise Salz vermischt. Das Ergebnis ist ein perfektes Gleichgewicht zwischen der Süße des Kürbisses, dem würzigen Aroma der Amaretti, der Schärfe der Mostarda und der Reichhaltigkeit des Käses. Ein komplexer, raffinierter und einzigartiger Geschmack.

Der Teig ist dünn, handgerollt aus Eiern und Mehl, und wird in Quadrate geschnitten, die zu Dreiecken oder Halbmonden gefaltet und sorgfältig verschlossen werden. Die Kochzeit ist sehr kurz: 1–2 Minuten in kochendem Salzwasser. Die traditionelle Beilage? Geschmolzene Butter mit Salbei und eine großzügige Prise Grana Padano. Einfach, elegant und königlich.

Rezept für Mantuaner Kürbis-Tortelli (für 6 Personen)

Zutaten für die Füllung:

  • 1 kg Mantuaner Kürbis (oder Delica)
  • 160 g trockene Amaretti-Kekse
  • 160 g Mantuaner Mostarda (Apfel oder Birne)
  • 180 g geriebener Grana Padano
  • Muskatnuss nach Geschmack
  • Salz nach Geschmack

Zutaten für den Teig:

  • 600 g Weizenmehl (Type 405 oder 00)
  • 6 Eier
  • 1 Prise Salz

Für die Sauce:

  • 80 g Butter
  • Frische Salbeiblätter
  • Geriebener Grana Padano zum Garnieren

Zubereitung:

  1. Den Kürbis in dicke Spalten schneiden, die Kerne entfernen und im Ofen bei 180°C etwa 1 Stunde lang (mit Alufolie abgedeckt) backen, bis das Fruchtfleisch weich ist. Etwas abkühlen lassen, dann die Schale entfernen und das Fleisch mit einer Kartoffelpresse oder einer Gabel zerdrücken.
  2. In einer Schüssel das Kürbispüree mit den fein zerbröselten Amaretti, der gehackten Mostarda, dem geriebenen Grana Padano, einer Prise Muskatnuss und etwas Salz vermischen. Die Masse gut vermengen, bis eine glatte und kompakte Füllung entsteht. Mindestens 1 Stunde (besser über Nacht) im Kühlschrank ruhen lassen.
  3. Den Teig vorbereiten: Das Mehl auf eine Arbeitsfläche häufen, in der Mitte eine Mulde bilden, die Eier hineingeben und eine Prise Salz hinzufügen. Kneten, bis ein glatter und elastischer Teig entsteht. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen.
  4. Den Teig mit einem Nudelholz oder einer Nudelmaschine sehr dünn ausrollen. Den Teigfladen in Quadrate von etwa 6–7 cm Seitenlänge schneiden. Einen Teelöffel Füllung in die Mitte jedes Quadrats geben, das Quadrat zu einem Dreieck (oder Halbmond) falten und die Ränder durch Festdrücken mit den Fingern gut verschließen. Fortfahren, bis Teig und Füllung aufgebraucht sind.
  5. Einen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. In der Zwischenzeit die Butter in einer großen Pfanne mit ein paar Salbeiblättern schmelzen. Die Tortelli im kochenden Wasser 1–2 Minuten garen, vorsichtig mit einer Schaumkelle herausheben und direkt in die Pfanne mit der geschmolzenen Butter geben. Kurz darin schwenken, auf Tellern anrichten und mit geriebenem Grana Padano bestreuen.

Wo man sie probieren kann: Kürbis-Tortelli findet man in fast jedem Restaurant und jeder Trattoria in Mantua. Einige historische Adressen: Osteria dell’Oca, Trattoria Cento Rampini, Aquila Nigra. Wenn Sie im Herbst oder Winter zu Besuch sind, ist es fast unmöglich, sie nicht auf der Tageskarte zu finden.

Guten Appetit und eine wunderbare Reise nach Mantua!

Nützliche Tipps

Wie viel Zeit man einplanen sollte: Mantua kann an einem langen Wochenende (2-3 Tage) besichtigt werden. Ein voller Tag reicht für das historische Zentrum aus (Herzogspalast, Piazza Sordello, Piazza delle Erbe, Palazzo Te). Wenn Sie jedoch die Museen in Ruhe besuchen, eine Bootsfahrt auf den Seen machen und die Atmosphäre ohne Eile genießen möchten, sollten Sie mindestens zwei Übernachtungen einplanen. Falls Sie Mantua während des Festivaletteratura besuchen oder die Umgebung erkunden möchten (Sabbioneta, ein UNESCO-Dorf in 30 km Entfernung, oder Castellaro Lagusello, eines der schönsten Dörfer Italiens), sollten Sie einen weiteren Tag hinzufügen.

Beste Reisezeit: Mantua ist das ganze Jahr über schön, aber jede Jahreszeit hat ihren eigenen Charme. Der Frühling (April-Mai) und der Herbst (September-Oktober) sind ideal wegen des milden Wetters und der stimmungsvollen Farben. Der Sommer (Juli-August) kann heiß und schwül sein, aber es ist die Zeit der Lotusblüte auf dem See – ein Anblick, den man nicht verpassen sollte. Der Winter ist kälter und nebliger, aber Mantua nimmt dann eine romantische und melancholische Atmosphäre an, perfekt für Museumsbesuche und um Kürbis-Tortelli in den Restaurants der Innenstadt zu genießen.

Mantua Card: Wenn Sie planen, mehrere Museen und Denkmäler zu besuchen, ist die Mantua Sabbioneta Card eine ausgezeichnete Investition. Sie kostet 20 € (72 Stunden gültig) und beinhaltet den Eintritt in den Herzogspalast (ausgenommen die Camera degli Sposi, für die ein Aufpreis fällig wird), den Palazzo Te, das Museum des Palazzo San Sebastiano, den Uhrturm, das Bibiena-Theater, die Museen von Sabbioneta und weitere kleinere Sehenswürdigkeiten. Sie kann direkt an der Kasse des Herzogspalasts oder in den Hauptmuseen erworben werden.

Was man mitbringen sollte: Fahrräder (die Radwege sind wunderbar und ermöglichen es, die Seen auf einzigartige Weise zu erleben), bequeme Schuhe für das Kopfsteinpflaster im historischen Zentrum sowie eine Kamera oder ein Smartphone für die Ausblicke auf die Seen und die Skyline der Stadt. Bei einem Besuch im Sommer sollten Sie Mückenschutz mitnehmen (in der Nähe der Seen kann es viele Insekten geben). Im Winter ist warme Kleidung ratsam, da es in Mantua kalt und neblig werden kann.

Vorsicht vor der ZTL: Das historische Zentrum von Mantua verfügt über großräumige verkehrsberuhigte Zonen (ZTL), die tagsüber (in der Regel von 7:00 bis 19:00 Uhr) aktiv sind. Fahren Sie nicht mit Ihrem Wohnmobil hinein, ohne die Zeiten und Genehmigungen zu prüfen, um Bußgelder zu vermeiden. Die empfohlenen Parkbereiche (Sparafucile und Grazie) liegen außerhalb der ZTL und sind über Shuttles, Radwege und Fußgängerzonen gut mit dem Zentrum verbunden.

Unverzichtbare Erlebnisse: Eine Bootsfahrt auf den Seen mit den „Barcaioli del Mincio“ (besonders während der Lotusblüte), ein Besuch der Camera degli Sposi von Mantegna (Reservierung empfohlen), ein Spaziergang über die San-Giorgio-Brücke bei Sonnenuntergang, um die im Wasser reflektierte Skyline zu fotografieren, ein Aperitif auf der Piazza delle Erbe unter den historischen Arkaden und natürlich die Verkostung von Kürbis-Tortelli in einer typischen Trattoria.

Gute Reise nach Mantua!

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